Doppel in der Paartherapie

von Franciska Wiegmann-Stoll

Optimaler Weise sollte die Paartherapie von zwei Therapeuten begleitet werden, einem Mann und einer Frau.

In den meisten Eheberatungen trifft das Paar auf nur einen Therapeuten, entweder Mann oder eine Frau. Das wiederum ist nicht ungewöhnlich, denn zwei Therapeuten kosten in der Regel auch den doppelten Stundensatz. Trotzdem lohnt sich eine solche Investition in ein Therapeuten-Doppel für das Paar.

Zum einen damit die männliche und weibliche Energie im Gleichgewicht ist während der Beratung. Und vor allem damit sowohl Mann als auch Frau sich gleichermaßen verstanden fühlen.

Oft ist es so, dass ein männlicher Therapeut den Mann der Beziehung einfach besser versteht. Männer machen in unserer Gesellschaft männliche Erfahrung und sind von männlichen Sichtweisen geprägt. Ein ganz zentrales Thema ist dabei die männliche Sexualität.

Und umgekehrt ebenso. Eine weibliche Therapeutin kann sich sehr viel leichter in die weibliche Identität und deren Probleme gerade auch im sexuellen Bereich einfühlen.

Das soll nicht heißen, dass Männer und Frauen vom Mars und von der Venus kommen. Sie sind nicht komplett unterschiedlich, im Gegenteil in vielen Dingen gibt es parallele Gefühle. So dass auch ein einzelner Therapeut sich bereits gut einfühlen kann und weiter helfen.

Doch ein wesentlicher Teil der Therapie und der damit verbundenen Hilfe liegt darin, dass sich die Klienten mit ihrem Weltbild und ihren Erfahrungen verstanden fühlen. Dieses Gefühl, von „da versteht mich jemand wie ich bin und wie ich ticke“ ist unwahrscheinlich wertvoll. Wenn sich dieses Gefühl von Verstehen und Verstanden werden auch noch auf die Paarbeziehung übertragen lässt; wenn beide Partner sich so sehen können, wie Sie wirklich sind – dann ist Paartherapie gelungen. Und dazu können ein Therapeut(in) und noch besser zwei Therapeuten entscheidend beitragen.

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